Fähre

Genua

Genua

Die Fäh­ren sind das gefürch­te­te “Nadel­öhr” einer Sar­di­ni­en­rei­se. Beson­ders in der Haupt­sai­son Juli/August sind alle Schif­fe rest­los aus­ge­bucht.
Wäh­rend man in der Neben­sai­son noch auf gut Glück zum Fähr­ha­fen fah­ren kann, ist davon in der Haupt­rei­se­zeit drin­gend abzu­ra­ten. Hier hilft nur eine früh­zei­ti­ge Buchung.

Die Preis­ge­stal­tung der ein­zel­nen Gesell­schaf­ten ist sehr unter­schied­lich und schwer durch­schau­bar. Es bleibt eigent­lich nichts ande­res übrig, als sich auf das Datum von Hin-und Rück­rei­se fest­zu­le­gen und dann die ein­zel­nen Anbie­ter zu ver­glei­chen.
Mit etwas Glück kann man bei recht­zei­ti­ger Buchung noch einen Son­der­ta­rif ergat­tern.

Olbia

Olbia

Beson­ders bei einer Fähr­pas­sa­ge über Nacht ist die Buchung einer Kabi­ne zu emp­feh­len. Die Fahrt im Ses­sel (pol­tro­na) ist zwar güns­ti­ger, aber so rich­tig bequem ist das Gan­ze nicht.
Eini­ge, vor allem jun­ge Pas­sa­gie­re, schla­fen an Deck im eige­nen Schlaf­sack und nut­zen dafür auch die auf­ge­stell­ten Lie­ge­stüh­le. Dabei ist zu beden­ken, dass es nachts auf Deck emp­find­lich kalt, feucht und zugig wer­den kann.
Ande­re beset­zen sofort die Flu­re an den Trep­pen mit ihren Luft­ma­trat­zen. Bis­her wird dies gedul­det. Es ist aller­dings frag­lich, ob man hier wirk­lich zur Ruhe kommt.

Die Ver­pfle­gung auf den Schif­fen ist – bei durch­aus mode­ra­ten Prei­sen – meist von sehr guter Qua­li­tät. In der Regel hat man die Wahl zwi­schen Bord­re­stau­rant, Bar oder Selbst­be­die­nung.
Für Kin­der gibt es oft einen Spiel­raum und eini­ge Schif­fe haben auch einen Pool an Deck, der aller­dings nur auf den Tag­pas­sa­gen geöff­net ist.

Die Fahrt­dau­er hängt dabei von der Geschwin­dig­keit des ein­ge­setz­ten Schif­fes und von der Ent­fer­nung der Häfen ab. Eine Fahrt von Genua nach Olbia dau­ert bei­spiels­wei­se 9–10 Stun­den, von Civi­ta­vec­chia aus sind es nur 4–7 Stun­den.

Häfen und Fährgesellschaften

Ange­fah­ren wer­den vom ita­lie­ni­schen Fest­land aus die Häfen von Caglia­ri, Olbia, Por­to Tor­res, Arba­tax und Gol­fo Aran­ci. Natür­lich ist es vor­teil­haft, wenn der Hafen in der Nähe ihres Urlaub­do­mi­zils liegt. Ver­glei­chen Sie den­noch ein­mal die unter­schied­li­chen Ange­bo­te. Mit­un­ter kön­nen Sie viel Geld spa­ren, wenn Sie dafür eine etwas wei­te­re Fahrt auf Sar­di­ni­en in Kauf neh­men.
Die nach­fol­gen­de Lis­te der Fähr­ge­sell­schaf­ten ist nur eine Ori­en­tie­rung, weil sich die Rou­ten von Jahr zu Jahr ändern kön­nen. Auch wer­den je nach Sai­son nicht alle hier auf­ge­lis­te­ten Häfen ange­fah­ren.

FähreTirrenia

Die Flot­te wur­de vor eini­gen Jah­ren durch neue Schif­fe ersetzt. Tir­re­nia ver­kehrt von Genua sowie von Civi­ta­vec­chia nach Por­to Tor­res, Olbia, Arba­tax und Caglia­ri.

Moby Lines

Es wer­den meh­re­re Son­der­ta­ri­fe ange­bo­ten, teil­wei­se ist auch Cam­ping an Bord mög­lich. Die Linie fährt von Genua nach Olbia und Por­to Tor­res, sowie von Livor­no und Piom­bi­no nach Olbia.

Sardinia Ferries

Auch hier wer­den ver­schie­de­ne Son­der­ta­ri­fe ange­bo­ten. Die Schif­fe fah­ren von Livor­no, Civi­ta­vec­chia und Piom­bi­no nach Gol­fo Aran­ci (nahe Olbia).

Grandi Navi Veloci

Die Schif­fe zäh­len zu den kom­for­ta­bels­ten, aller­dings liegt auch der Preis etwas höher als bei den ande­ren Lini­en. Die Gesell­schaft gehört zur Gri­mal­di Group und ver­kehrt von Genua nach Olbia und Por­to Tor­res.

Lloyd Sardegna SpA (Moby Lines)

Die frü­he­re Linea dei Gol­fi wur­de von Moby Lines über­nom­men und fährt von Piom­bi­no nach Olbia. Die Linie dürf­te vor allem für Urlau­ber mit Wohn­mo­bil inter­es­sant sein, weil auch Cam­ping an Bord ange­bo­ten wird.

GoinSardinia (Flotta Gallura)

Die Gesell­schaft wur­de 2013 vom “Con­sor­zio Ope­ra­to­ri Turis­ti­ci di San­ta Tere­sa Gal­lu­ra” gegrün­det.
Für die Haupt­sai­son wur­de ein Schiff gechar­tert, um Tou­ris­ten eine kos­ten­güns­ti­ge Über­fahrt anzu­bie­ten. 70% der Plät­ze waren für die­je­ni­gen reser­viert, die eine Unter­kunft des Kon­sor­ti­ums (Hotel, Feri­en­woh­nung oder Cam­ping­platz) gebucht hat­ten.
Die rest­li­chen 30% der Tickets konn­ten auch ohne gebuch­te Unter­kunft gekauft wer­den.
Goin­Sar­di­nia fuhr 2014 von Livor­no nach Olbia und Arba­tax. Ob jemals wie­der Ver­bin­dun­gen ange­bo­ten wer­den, steht noch nicht fest.

Saremar (Flotta Sarda)

Die­se Fähr­ge­sell­schaft gehört der Regi­on Sar­di­ni­en und ver­bin­det haupt­säch­lich die vor­ge­la­ger­ten Inseln und Kor­si­ka mit Sar­di­ni­en. Ab 2012 wur­den die Lini­en wei­ter aus­ge­baut, um eine (vor allem preis­güns­ti­ge) Alter­na­ti­ve zu den ande­ren Gesell­schaf­ten anzu­bie­ten.
Ver­bin­dun­gen zum Fest­land gab es bis­her nur in der Sai­son zwi­schen Civi­ta­vec­chia und Olbia sowie Vado Ligu­re und Por­to Tor­res. Für die kom­men­den Jah­re waren der Ein­satz wei­te­rer Schif­fe und ein Aus­bau der Ver­bin­dun­gen geplant.
Inzwi­schen wur­de aller­dings ange­kün­digt, dass die Regi­on Sar­di­ni­en kei­ne eige­nen Über­fahr­ten vom und nach dem Fest­land mehr anbie­ten wird.

Tipps für den Fahrzeugtransport

Olbia, Hafen

Olbia, war­ten auf die Fäh­re

Auch hier gilt: früh­zei­tig buchen! Die Kon­tin­gen­te für Pkws und Wohn­mo­bi­le sind oft als ers­tes ver­ge­ben.
Für die Buchung benö­ti­gen Sie fol­gen­de Anga­ben: Kenn­zei­chen, Fahr­zeug­typ (evtl. auch Höhe, Brei­te, Län­ge). Bei der Anga­be der Maße müs­sen Über­stän­de wie Jet­box, Surf­bret­ter, Fahr­rä­der etc. hin­zu­ge­rech­net wer­den.

Je nach Fähr­ge­sell­schaft müs­sen Sie min­des­tens 60–90 Minu­ten vor Abfahrt ein­ge­checkt haben. Es kann Ihnen sonst pas­sie­ren, dass sie Ihren Anspruch auf Beför­de­rung ver­lie­ren. Das setzt bei der Anfahrt zum Hafen eini­ges an logis­ti­scher Pla­nung vor­aus. Staus und Pau­sen soll­ten groß­zü­gig ein­kal­ku­liert wer­den. Ande­rer­seits will man auch nicht meh­re­re Stun­den im Hafen war­ten.
Ein­pla­nen soll­ten Sie auch eine län­ge­re War­te­zeit am Check-in. Je nach Hafen und Fähr­ge­sell­schaft erfolgt das Ein­che­cken nicht zen­tral, son­dern im Büro der ein­zel­nen Gesell­schaft. Hier­zu soll­ten Sie sich recht­zei­tig erkun­di­gen.
Seit eini­gen Jah­ren muss auf Ver­lan­gen die Lis­te der Trans­port­be­din­gun­gen vor­ge­zeigt wer­den. Die­se erhal­ten Sie von ihrer Fähr­ge­sell­schaft oder Ihrem Rei­se­bü­ro.

Golfo Aranci

Blick auf den Hafen von Gol­fo Aran­ci

Es ist wich­tig, alle Anwei­sun­gen des Schiffs­per­so­nals zu befol­gen. Dis­kus­sio­nen sind hier völ­lig unan­ge­bracht.
Las­sen Sie sich bei den Fahr­ten an und von Bord nicht vom Tem­pe­ra­ment ihrer ita­lie­ni­schen Mit­rei­sen­den anste­cken. Ein freund­li­ches Lächeln und ein “ein­fä­deln las­sen” sind bes­ser als Drän­geln und Hupen…

Dach­las­ten sind häu­fig auf­preis­pflich­tig. Es lohnt sich dann – nach Aus­stei­gen der Insas­sen – das Gepäck im Auto so zu ver­stau­en, dass z.B. die Fahr­rä­der vom Dach noch mit in den Innen­raum pas­sen.
Alles, was Sie an Bord benö­ti­gen, soll­te griff­be­reit im Fahr­zeu­g­inne­ren lie­gen. Die Autos wer­den so dicht ein­ge­wie­sen, dass Sie nur noch in den sel­tens­ten Fäl­len die Heck­klap­pe öff­nen kön­nen. Die Gara­gen wer­den kurz vor dem Able­gen ver­schlos­sen, Sie haben also wäh­rend der gesam­ten Fahrt kei­ne Mög­lich­keit, etwas aus dem Auto zu holen.

Wenn Sie ihr Auto ver­las­sen haben, mer­ken Sie sich unbe­dingt des­sen Stand­ort!
Die Gara­gen sind durch­num­me­riert, teil­wei­se auch farb­lich gekenn­zeich­net und auch die Trep­pen zur Gara­ge haben alle eine eige­ne Kenn­zeich­nung wie “sca­la blu” (blaue Trep­pe) oder “sca­la ver­de” (grü­ne Trep­pe). Die­se Far­ben bezie­hen sich jedoch oft nur auf die far­bi­ge Beschil­de­rung. Es kann also sein, dass z.B. die “grü­ne Trep­pe” blaue Stu­fen hat – hier also gut auf­pas­sen!