Iglesiente/Sulcis

Ingurtosu, BergwerkVerfallene Bergwerk-Anlagen bei Ingurtosu

Die Region geriet immer wieder ins Visier fremder Eindringlinge.
Vor allem die vorkommenden Bodenschätze lockten bereits in der Antike Eroberer an, die hier Blei, Zink und Silber abbauten.
Später wurden auch die Vorkommen an Braunkohle, Eisen, Magnesium und Antimon interessant.

Während der industriellen Revolution in Europa erlebte der Bergbau hier seine größte Blüte. Als sich dann der Abbau nicht mehr lohnte, wurden die Minen geschlossen. Lediglich unter Mussolini gab es noch einmal einen leichten Aufschwung, als die minderwertige Braunkohle zum Energielieferanten werden sollte.
Heute liegen viele der Bergwerkssiedlungen verlassen da, die alten Stollen und Gruben sind allenfalls noch für Hobby-Geologen interessant.
Trotz allem wird immer noch Blei und Zink abgebaut, wenn auch in viel bescheidenerem Umfang.

Touristisch ist die Region fast unerschlossen. Die Strände sind ausgesprochen schön, jedoch fast ohne Infrastruktur und nahezu unberührt.
Vor allem die Costa Verde, die "Sahara" Sardiniens mit ihren hohen Sanddünen ist äußerst reizvoll.

 

 

Dem Sulcis vorgelagert sind zwei größere Inseln - die Isola di Sant'Antioco und die Isola di San Pietro.
Letztere ist landschaftlich recht schön, hat aber so gut wie keine Badestrände.
Auf der Isola di Sant'Antioco befinden sich zahlreiche geschichtliche Sehenswürdigkeiten - hauptsächlich aus der Punier-Zeit. Hier gibt es auch einige schöne Strände.

An der Südküste des Sulcis liegt die herrliche Costa del Sud. Die Gegend ist zwar touristisch noch wenig erschlossen, aber durch die Nähe der Hauptstadt Cagliari sind die Strände sehr gut besucht.

Zwischen der Costa del Sud und Cagliari liegt die Ausgrabungsstätte der phönizischen Hafenstadt Nora.
Die Siedlung wurde später von den Römern übernommen und war größer als das damalige Cagliari.
Neben einem Amphitheater sind auch noch die Thermen und Mosaiken römischer Villen erhalten.

Für Naturliebhaber ist der Besuch des Reservates Monte Arcosu sicher hochinteressant.
Dieses vom WWF initiierte Schutzgebiet wurde vor allem zum Erhalt des sardischen Hirsches angelegt. Es umfasst heute eine Fläche von etwa 4000 qkm, soll aber noch erweitert werden.
Außer den Hirschen leben hier zahlreiche Vogelarten, Amphibien und für Sardinien typische Säugetiere. Das Areal ist dicht bewaldet und ermöglicht einen Einblick in die ursprüngliche Natur der Insel.
Zum Besichtigen wurden Wanderpfade angelegt. Es werden auch Führungen angeboten.
Im August und September ist die Paarungszeit der Hirsche - dann bleibt das Reservat für Besucher geschlossen.