Arzachena und Umgebung

zur Karte von Arzachena und Umge­bung mit den einge­tra­ge­nen Sehenswürdigkeit­en

Pilz von ArzachenaArzachena ist die größte Ortschaft im Hin­ter­land der Cos­ta Smer­al­da.
Für Touris­ten ist der Ort vor allem wegen der Einkauf­s­möglichkeit­en inter­es­sant. Auch die Restau­rants und die Fußgänger­zone im Zen­trum laden zu einem entspan­nten Besuch ein.

Im Ort ste­ht ein ver­wit­tert­er Gran­it­felsen in Form eines überdi­men­sion­alen Pilzes — der “Fun­go di Arzachena”. (Foto rechts)
Der Weg zum “Pilz” ist beschildert und die Besich­ti­gung ist kosten­los.

In der näheren Umge­bung von Arzachena liegen einige inter­es­sante prähis­torische Sehenswürdigkeit­en aus der Frühgeschichte Sar­diniens und der Zeit der Nuragher.

Li Muri

Grabanlage Li MuriDie Gra­ban­lage Li Muri stammt von ein­er frühen Hirtenkul­tur — der soge­nan­nten Arzachena-Kul­tur, die während der späten Jung­steinzeit hier lebte.

Außer ihren Grabfeldern hat dieses Volk keine weit­eren Relik­te hin­ter­lassen.
Die Toten wur­den in soge­nan­nten Steinkisten-Gräbern bestat­tet.
Außen herum ste­hen senkrecht einge­grabene Stein­plat­ten, die früher die Ein­fas­sung der heute nicht mehr vorhan­de­nen Grab­hügel bilde­ten.

Gigantengrab Li Lolghi

Gigantengrab Li LolghiDas Gigan­ten­grab liegt nur ein paar Minuten Fuß­marsch von Li Muri ent­fer­nt.

Erbauer dieser Anla­gen waren die Nuragher, die auch die berühmten Wehrtürme — die Nuraghen — errichteten.
Li Lol­ghi ist eines der größten von etwa 500 Gigan­ten­gräbern, die auf Sar­dinien ent­deckt wur­den.
Der obere Teil der Por­tal­stele war wegge­brochen und wurde wieder ange­fügt.
Die kleine Öff­nung unten in dieser Stele war der einzige Zugang zur dahin­ter liegen­den Grabkam­mer.
Die Baut­en dien­ten als Gemein­schafts­gräber für bis zu 200 Ver­stor­bene.

Gigantengrab Coddu Vecchiu

Gigantengrab Coddu VecchiuWie auch Li Lol­ghi wurde dieses Gigan­ten­grab von den Nuragh­ern erbaut.

Sehr gut erhal­ten ist hier die über 4 m hohe Por­tal­stele, die mit einem Relief und ein­er kleinen Ein­gangsöff­nung verse­hen ist.
Dahin­ter liegen die stein­erne Ein­fas­sung und die Abdeck­steine der eigentlichen Grabkam­mer.
Das Grab gehört zu einem benach­barten Nuraghenkom­plex, der eingezäunt und nicht zu besichti­gen ist.

Nuraghe Albucciu

Nuraghe AlbucciuDer Nuraghe liegt direkt neben der SS 125. Gegenüber befind­et sich ein Info-Cen­ter über die prähis­torischen Sehenswürdigkeit­en der Umge­bung.
Von dem Nuraghe selb­st sind nur noch das unter­ste Stock­w­erk, ein paar Wehrgänge und eine Plat­tform erhal­ten.

Die Anlage wurde in den Jahren 1960/61 aus­ge­graben. In der Umge­bung wur­den auch die Reste einens nuraghis­chen Rund­hüt­ten­dor­fes ent­deckt.
Bei Albuc­ciu han­delt es sich um eine Früh­form der Nuraghenar­chitek­tur die als Pro­to-Nuraghe oder Kor­ri­dor-Nuraghe beze­ich­net wird.
Im Gegen­satz zu den anderen, meist frei ste­hen­den Nuraghen Sar­diniens wurde dieser an eine vorhan­dene Fel­swand gebaut.

Tempietto Malchittu

Tempietto MalchittuAm Info-Cen­ter begin­nt ein Weg zur Ruine eines Tem­pels der Nuragher — dem Megaron­tem­pel Mal­chit­tu. Die Wan­derung dor­thin dauert ca. eine halbe Stunde und führt durch eine bizarr ver­wit­terte Gran­it­land­schaft.
Der Tem­pel ent­stand etwa im 15. Jahrhun­dert v. Chr. und ist ein­er der weni­gen Beispiele dieser nuraghis­chen Tem­pelar­chitek­tur. Wegen ihrem rechteck­i­gen Grun­driss wer­den diese Bauw­erke als Megaron­tem­pel beze­ich­net. Ins­ge­samt sind nur 20 solch­er Tem­pel auf Sar­dinien bekan­nt.
Mal­chit­tu hat eine rechteck­ige Vorhalle und eine Apsis als rück­wär­ti­gen Abschluss der Haupthalle. Ursprünglich war der Tem­pel sich­er mit einem hölz­er­nen Giebel­dach bedeckt, da die Mauern für ein stein­ernes Gewölbe zu schwach gewe­sen wären.
Neben der Nutzung als Kult- und Opfer­stätte kon­nte auch eine spätere Ver­wen­dung als Wohnge­bäude nachgewiesen wer­den.