Brunnentempel Su Tempiesu und Nuraghenkomplex von Noddule

zur Karte von Su Tem­p­iesu und Nod­dule mit den einge­tra­ge­nen Sehenswürdigkeit­en

Brunnentempel Su Tempiesu

Su TempiesuDieser Brun­nen­tem­pel ist der mit Abstand am besten erhal­tene auf Sar­dinien. Er wurde etwa im 12. Jahrhun­dert v. Chr. erbaut und im 9. Jahrhun­dert v. Chr. von einem Erdrutsch begraben.
1953 wurde er auf der Suche nach Wass­er zufäl­lig ent­deckt, 1958 teil­weise aus­ge­graben und von 1981–86 voll­ständig freigelegt und rekon­stru­iert.
Beein­druck­end ist die Präzi­sion, mit der die Steine bear­beit­et und zusam­menge­fügt wur­den. Als Mate­r­i­al wurde Tra­chyt und Basalt ver­wen­det. Dieses Gestein kommt hier nicht vor und wurde extra von weit her trans­portiert. Die pass­ge­nau bear­beit­eten Stein­quad­er wur­den teil­weise mit Blei verfugt.
Der Tem­pel ist etwa 3,5 m hoch und hat­te ursprünglich auf der Spitze einen Schlussstein, in den 20 Bronzeschw­ert­er einger­ammt waren.

Su Tempiesu, VorraumDas Wass­er der Quelle füllt immer noch eine Kam­mer, den heilig­sten Ort des Tem­pels. Von hier gelangt es über einen kleinen Kanal durch den Vor­raum und fließt dann durch eine Öff­nung in der Vor­mauer ab. Unter der Mauer befind­et sich ein klein­er Schacht, in dem sich das Wass­er nochmals sam­melt. Diese Kon­struk­tion funk­tion­iert auch nach über 3000 Jahren noch.
An den Seit­en des Vor­raumes befind­en sich zwei Sitzbänke. Wie auch bei anderen nuraghis­chen Brun­nen­tem­peln führt eine Treppe (hier sind es 4 Stufen) vom Vor­raum in die mit Wass­er gefüllte Kam­mer.
Eine Beson­der­heit von Su Tem­p­iesu ist das eingear­beit­ete Abset­zbeck­en am Boden der Kam­mer, in dem sich Schmutz­par­tikel sam­meln. Dadurch wird das Wass­er schön klar gehal­ten.
In der näheren Umge­bung des Tem­pels wur­den zahlre­iche Votiv­gaben gefun­den, die heute im Archäol­o­gis­chen Muse­um in Nuoro aus­gestellt sind.

Wenn Sie den Tem­pel im Son­nen­licht besuchen und fotografieren wollen, kom­men Sie am besten am Vor­mit­tag. Der Hang weist nach Nor­dost, so dass hier später alles im Schat­ten liegt.

Su Tempiesu, botanischer LehrpfadDie Anlage wird von ein­er Koop­er­a­tive betreut, die ein nettes kleines Besucherzen­trum ein­gerichtet hat. Von dessen Ter­rasse hat man einen wun­der­baren Blick ins Tal.
Ab hier führt ein Weg den sehr steilen Hang hinab zum Tem­pel. Die Wan­derung dauert ca. 15 Minuten. Ich empfehle Ihnen, feste Schuhe zu tra­gen und Wass­er mitzunehmen.
Der gesamte Weg ist als botanis­ch­er Lehrp­fad angelegt. Liebevoll gestal­tete Schilder aus Korkrinde benen­nen die hier vork­om­menden Bäume und Sträuch­er auf Ital­ienisch, Sardisch und Latein.

Anfahrt: Fahren Sie zunächst nach Orune. Hier ist der Tem­pel recht gut aus­geschildert. Am Fried­hof zweigt eine schmale asphaltierte Straße ab, der Sie etwa 5 km fol­gen. Der let­zte Abschnitt vor dem Besucherzen­trum ist unbe­fes­tigt und sehr steil. Sie kön­nen Ihr Fahrzeug aber auch am Ende der asphaltierten Strecke parken, was ich vor allem Reisenden mit Wohn­mo­bil empfehlen würde, da der Park­platz weit­er oben zu klein zum Wen­den ist. (siehe Karte)

Nuraghen­komplex von Noddule

Brunnenheiligtum von NodduleWenn Sie sich nach dem Besuch von Su Tem­p­iesu noch für weit­ere Brun­nen­heiligtümer inter­essieren, empfehle ich Ihnen einen Abstech­er nach Nod­dule. Dieser Kult­platz der Nuragher ist bei Touris­ten wenig bekan­nt und wird auch in der Lit­er­atur kaum erwäh­nt.

Der zuge­hörige Nuraghe ste­ht etwa 200 m von der Straße ent­fer­nt auf einem Felsvor­sprung an der höch­sten Stelle des Are­als. Er ist jedoch weit­ge­hend zer­stört.

Etwa 100 m südlich des Nuraghen befind­et sich das Brun­nen­heilig­tum. Das aus Tra­chyt- und Gran­it­blöck­en errichtete Bauw­erk ist noch gut erhal­ten und die Quelle führt auch im Hochsom­mer Wass­er.
Man gelangt zunächst durch einen hal­brun­den Vor­raum in eine rechteck­ige Kam­mer, die ganz hin­ten mit seitlichen Sitzbänken verse­hen ist.
In der hin­teren Wand öffnet sich der kleine Zugang zu einem Wasser­beck­en, das von der über­dacht­en Quelle gespeist wird.

Nuraghenkomplex von Noddule, RundhütteWenn Sie auf dem Gelände ein wenig herumwan­dern, find­en Sie in der Umge­bung des Brun­nen­heilig­tums noch einige Mauern von Rund­hüt­ten, in denen teil­weise noch die Feuer­stellen erkennbar sind.
Bei Aus­grabungsar­beit­en in den 1960er Jahren wurde östlich des Nuraghen noch ein Gigan­ten­grab nachgewiesen, das jedoch kaum erhal­ten ist.

Anfahrt:  Der Kult­platz von Nod­dule liegt direkt an der SS389 bei km 86,8.
Wenn sie von Nuoro kom­men, sehen Sie kurz nach dem Abzweig Rich­tung Bene­tut­ti an der recht­en Straßen­seite ein großes Eisen­tor. Das Gelände ist frei zu besichti­gen, es gibt aber (bish­er) kein­er­lei Infotafeln oder Weg­weis­er.