Oristano und Sinis-Halbinsel

zur Kar­te von Orista­no und Umge­bung mit den ein­ge­tra­ge­nen Sehens­wür­dig­kei­ten

Oristano

Oristano, Corso UmbertoOrista­no hat im Ver­gleich zu ande­ren gro­ßen Städ­ten Sar­di­ni­ens einen aus­ge­spro­chen pro­vin­zi­el­len Cha­rak­ter. Tou­ris­ten trifft man hier sehr weni­ge, obwohl die Stadt eini­ge inter­es­san­te Sehens­wür­dig­kei­ten bie­tet.

Das his­to­ri­sche Zen­trum ist rela­tiv klein und über­schau­bar.
Die Fuß­gän­ger­zo­ne des Cor­so Umber­to I zieht sich von der Piaz­za Roma zur Piaz­za Eleo­no­ra. Zu bei­den Sei­ten des Cor­so ste­hen schön restau­rier­te Bür­ger­häu­ser und Palaz­zi.
An der Piaz­za Roma steht noch ein ein­zel­ner Ver­tei­di­gungs­turm – der Tor­re di San Cris­to­fo­ro aus dem Jahr 1291. Die Bau­wei­se ähnelt den Tür­men in Caglia­ri.

Orista­no wur­de im Jahr 1070 gegrün­det. Die Bewoh­ner der Hafen­stadt Thar­ros flo­hen damals ins Lan­des­in­ne­re, um sich vor den stän­di­gen Pira­ten­über­fäl­len in Sicher­heit zu brin­gen.

Oristano, RathausAn der Piaz­za Eleo­no­ra steht ein ehe­ma­li­ges Klos­ter­ge­bäu­de, das heu­ti­ge Rat­haus der Stadt.
Davor befin­det sich ein Denk­mal für Eleo­no­ra d’Arborea – eine der bedeu­tends­ten Per­sön­lich­kei­ten Sar­di­ni­ens.
Im Jahr 1383 über­nahm sie das Amt der Rich­te­rin des unab­hän­gi­gen Judi­kats Arbo­rea und leis­te­te den spa­ni­schen Ein­dring­lin­gen lan­ge Zeit erfolg­reich Wider­stand. Es gelang Ihr, die ein­zeln kämp­fen­den Wider­stands­grup­pen der Sar­den zu eini­gen.
Als Rich­te­rin schuf sie ein umfas­sen­des Gesetz­buch – die “Car­ta de Lógu”, das für die dama­li­ge Zeit sehr fort­schritt­lich war und bis 1861 die Geset­zes­grund­la­ge Sar­di­ni­ens bil­de­te.
Eleo­no­ra starb 1402 an der Pest.

Der Dom von Oristano

Dom von OristanoMit dem Bau des Domes wur­de im Jahr 1228 begon­nen.
Im Lau­fe der Zeit fan­den etli­che Um- und Aus­bau­ten statt. So kam es, dass sich goti­sche, baro­cke und byzan­ti­ni­sche Bau­sti­le ver­misch­ten.
Am impo­san­tes­ten wirkt der acht­ecki­ge Glo­cken­turm mit sei­nem bunt geka­chel­ten Zwie­bel­dach.

im Dom von OristanoDas Inne­re des Domes ist – ver­gli­chen mit ande­ren sar­di­schen Kir­chen – recht auf­wän­dig gestal­tet.
Das heu­ti­ge Erschei­nungs­bild ent­stand im Wesent­li­chen wäh­rend Umbau­ar­bei­ten im 18. Jahr­hun­dert.
Es sind jedoch noch zwei Sei­ten­ka­pel­len aus dem 14. und 16. Jahr­hun­dert erhal­ten geblie­ben.
Der wert­volls­te Schatz ist die Madon­na del Rime­dio – eine aus Holz geschnitz­te Sta­tue aus dem 14. Jahr­hun­dert.

Sinis-Halbinsel

Sinis-HalbinselDie­se fla­che, größ­ten­teils step­pen­ar­ti­ge Land­schaft war frü­her vor allem bei Tou­ris­ten mit Wohn­mo­bil sehr beliebt, die hier unge­stört cam­pier­ten.
Mit die­ser Idyl­le ist es inzwi­schen vor­bei und man ist auf die kos­ten­pflich­ti­gen Cam­ping­plät­ze und Wohn­mo­bil-Stell­plät­ze ange­wie­sen.

An der West­küs­te lie­gen eini­ge sehr schö­ne Strän­de, die auch rela­tiv ein­sam sind.
Am Strand von Is Aru­tas besteht der Sand aus gro­ben hel­len Quarz­kör­nern, was ihm den Namen “Spiag­gia di Riso” (Reis­korn­strand) ein­brach­te.
Die Strän­de der Sinis-Halb­in­sel sind oft sehr star­ken Win­den aus­ge­setzt und des­halb für Fami­li­en mit Kin­dern weni­ger geeig­net.

San Giovanni di Sinis

San Giovanni di SinisDie­se Kir­che steht in der gleich­na­mi­gen Ort­schaft im Süden der Sinis-Halb­in­sel.
Ver­mut­lich ist sie die ältes­te Kir­che auf Sar­di­ni­en – zwei­ter Anwär­ter auf die­sen Titel ist San Satur­no in Caglia­ri.
Erbaut wur­de im 5. Jahr­hun­dert zunächst eine byzan­ti­ni­sche Kup­pel­kir­che. Spä­ter kamen ein Lang- und ein Quer­schiff dazu und im 11. Jahr­hun­dert gestal­te­ten Bene­dik­ti­ner­mön­che das Gebäu­de im roma­ni­schen Stil.

Tharros

TharrosDie­se bedeu­ten­de Aus­gra­bungs­stät­te liegt auf einer schma­len Land­zun­ge süd­lich von San Gio­van­ni di Sinis.
Thar­ros dien­te schon in früh­ge­schicht­li­cher Zeit als Hafen.
Die Phö­ni­zi­er bau­ten dann hier eine Stadt, die spä­ter von den Römern über­nom­men wur­de.
Auch nach dem Nie­der­gang des Römi­schen Rei­ches blieb die Stadt bewohnt, bis sich die Pira­ten­über­fäl­le der­art häuf­ten, dass die Ein­woh­ner ins Lan­des­in­ne­re zogen und die Stadt Orista­no grün­de­ten.
Weil damals ein Groß­teil des Bau­ma­te­ri­als mit­ge­nom­men wur­de, sind heu­te nur noch höchs­tens hüft­ho­he Mau­er­res­te erhal­ten.
(Die zwei Säu­len auf dem Foto sind Repli­ken)

Mit­te des 19. Jahr­hun­derts ent­deck­ten Grab­räu­ber die Stel­le neu und plün­der­ten das im Sand ver­sun­ke­ne Thar­ros gründ­lich aus.
Wenn Sie sich für die Geschich­te Sar­di­ni­ens inter­es­sie­ren, kön­nen Sie hier einen her­vor­ra­gen­den Ein­blick in die Anla­ge einer römi­schen Stadt erhal­ten.