Sassari

zur Kar­te von Sas­sa­ri mit den ein­ge­tra­ge­nen Sehens­wür­dig­kei­ten

Sassari, Piazza d'ItaliaDie Haupt­stadt der gleich­na­mi­gen Pro­vinz ist – nach Caglia­ri – die zweit­größ­te Stadt Sar­di­ni­ens.
Sas­sa­ri wur­de von ehe­ma­li­gen Ein­woh­nern der Stadt Tur­ris Lybis­so­nis (heu­te Por­to Tor­res) erbaut, die wegen den häu­fi­gen Pira­ten­an­grif­fen ins Lan­des­in­ne­re umsie­del­ten.
Nach­dem Sar­di­ni­en ein Teil des neu­en Staa­tes Ita­li­en wur­de, begann man die Befes­ti­gungs­an­la­gen abzu­rei­ßen und die Neu­stadt von Sas­sa­ri zu erbau­en.

Die Piaz­za d’Italia (Foto) ist das Zen­trum der Alt­stadt. Hier steht ein Denk­mal von König Vit­to­rio Ema­nue­le II.
Der Platz ist ein belieb­ter Treff­punkt der Ein­woh­ner von Sas­sa­ri. Beson­ders an lau­en Som­mer­aben­den wird es hier rich­tig voll.

Im Mai fin­det in der Stadt die “Caval­ca­ta Sar­da” statt – eines der größ­ten Fes­te auf Sar­di­ni­en.
Am 14. August wer­den all­jähr­lich wäh­rend der “Fes­ta dei Can­de­lie­ri” rie­si­ge Ker­zen durch die Stadt getra­gen. Da die­ses Fest mit­ten in der Tou­ris­ten­sai­son liegt, platzt das Stadt­zen­trum zu die­ser Zeit förm­lich aus allen Näh­ten.

Sassari, Corso Vittorio EmmanueleDie Alt­stadt von Sas­sa­ri ist schon rein archi­tek­to­nisch klar von der Neu­stadt abge­grenzt.
Ein Rund­gang im his­to­ri­schen Teil ist sehr inter­es­sant. Als wich­tigs­te Fla­nier- und Ein­kaufs­stra­ße zieht sich der Cor­so Vit­to­rio Ema­nue­le II (Foto) durch das Zen­trum.
An bei­den Sei­ten ste­hen schö­ne alte Bür­ger­häu­ser und Palaz­zi, die in den unte­ren Eta­gen klei­ne Geschäf­te beher­ber­gen.
Nörd­lich des Cor­so lie­gen meh­re­re Plät­ze, auf denen oft Märk­te statt­fin­den sowie eine gro­ße, moder­ne Markt­hal­le für Fisch, Fleisch, Obst und Gemü­se.

Es ist sehr schwie­rig, in der Nähe der Alt­stadt einen Park­platz zu fin­den. Vie­le Park­plät­ze sind gebüh­ren­pflich­tig oder dür­fen nur für die Zeit eines Ein­kaufs in den benach­bar­ten Geschäf­ten genutzt wer­den.
Mein Tipp: In der Via Miche­le Cop­pi­no gibt es ein Ein­kaufs­zen­rum mit einem rela­tiv preis­güns­ti­gen Park­haus. (sie­he Kar­te)

Piazza Castello

Sassari, Piazza CastelloDer Platz liegt am obe­ren Ende des Cor­so Vit­to­rio Ema­nue­le II.
Ursprüng­lich stand hier das ara­go­ne­si­sche Kas­tell, das dem Platz sei­nen Namen gab.
Sei­ne mili­tä­ri­sche Funk­ti­on ver­lor die Fes­tung bereits im 16. Jahr­hun­dert und wur­de dann zunächst Sitz der Inqui­si­ti­on.
1877 wur­de die Fes­tung abge­ris­sen und der Platz wur­de nach und nach umge­stal­tet.
An der Nord­sei­te steht die Lamar­mo­ra-Kaser­ne, die seit 1992 das Muse­um der Bri­ga­ta Sas­sa­ri beher­bergt.
Res­te des alten Kas­tells sind an der West­sei­te der Piaz­za unter Glas zu besich­ti­gen.

Kathedrale San Nicola

Sassari, Kathedrale San NicolaBenannt wur­de das Got­tes­haus nach dem Hei­li­gen Niko­laus von Bari.
Von der ursprüng­li­chen roma­ni­schen Kir­che aus dem 13. Jahr­hun­dert ist nur noch der Glo­cken­turm erhal­ten.
Im 15. Jahr­hun­det wur­de das Got­tes­haus im kata­la­nisch-goti­schen Stil umge­baut und im frü­hen 18. Jahr­hun­dert kam die baro­cke Fas­sa­de hin­zu. Im Gegen­satz zu der präch­ti­gen Fas­sa­de sind die rest­li­chen Außen­mau­ern rela­tiv schlicht gehal­ten.
Eine Staue des Schutz­hei­li­gen steht weit oben über dem Ein­gang. Sie wird von zwei Engeln flan­kiert, dar­über wacht Gott mit der Welt­ku­gel in der Hand.
Im Inne­ren herrscht der goti­sche Stil, es gibt es einen schö­nen Altar­auf­gang aus Mar­mor und prä­chi­ge Sei­ten­al­tä­re.

Palazzo Ducale

Sassari, Palazzo DucaleDer Palast befin­det sich direkt hin­ter dem Dom.
Er wur­de zwi­schen 1775 und 1805 im Auf­trag von Don Anto­nio Man­ca Amat erbaut. Die­ser starb jedoch vor der Fer­tig­stel­lung und so ließ sich sein Nef­fe Don Vin­cen­zo Man­ca Amat als Ers­ter hier nie­der.
Der Palast wur­de spä­ter von ver­schie­de­nen Pri­vat­per­so­nen bewohnt, war Sitz der Pro­vinz­ver­wal­tung und ist seit 1878 das Rat­haus der Stadt.

Die Fas­sa­de besteht aus Kalk­stein und war noch unvoll­endet, als das Gebäu­de von der Stadt gekauft wur­de. Der Bal­kon über dem Ein­gang wur­de erst 1908 hin­zu­ge­fügt.

Fontana di Rosello

Sassari, Fontana di RoselloDer Brun­nen liegt ziem­lich ver­steckt unter­halb der Stra­ßen­brü­cke Pon­te di Rosel­lo.
Gegen­über der Markt­hal­le führt eine Trep­pe links von der Brü­cke hin­un­ter.
Die hier spru­deln­de Guru­sel­lu-Quel­le speis­te bereits den römi­schen Aquä­dukt, der das Was­ser nach Tur­ris (Por­to Tor­res) lei­te­te, um die dor­ti­gen Ther­men zu ver­sor­gen.
Von 1603–1606 wur­de von genue­si­schen Bau­meis­tern das heu­ti­ge Brun­nen­haus aus Mar­mor errich­tet.
An den Ecken ste­hen vier Sta­tu­en, die die Jah­res­zei­ten sym­bo­li­sie­ren und das Was­ser fließt aus zwölf Mün­dern, die den Fluss der Zeit dar­stel­len.
Wäh­rend der Unru­hen gegen das Feu­dal­sys­tem im Jahr 1795 wur­den drei der Stau­en zer­stört. 1828 wur­den alle vier Figu­ren durch neue ersetzt und das ein­zi­ge Ori­gi­nal befin­det sich heu­te im Palaz­zo Duca­le, dem Rat­haus der Stadt.

Reste der Stadtmauer

Sassari, StadtmauerWenn Sie vom Brun­nen die Trep­pen hin­auf­ge­hen, lohnt sich zunächst ein Besuch der moder­nen Markt­hal­le von Sas­sa­ri. In der voll­kli­ma­ti­sier­ten Hal­le wer­den an zahl­rei­chen Stän­den Fleisch, Fisch, Mee­res­früch­te, Obst und Gemü­se ange­bo­ten.

Am Cor­so Tri­ni­tà kom­men Sie an meh­re­ren Res­ten der alten Stadt­mau­er vor­bei.
Zum Teil sind die­se Res­te in die spä­te­ren Neu­bau­ten “inte­griert”.

Die Wehr­an­la­ge aus dem 13. Jahr­hun­dert war ursprüng­lich 2 km lang, hat­te vier Tore und 36 Tür­me. Ab Mit­te des 19. Jahr­hun­derts begann man die Anla­ge abzu­rei­ßen.
Wei­te­re Mau­er­res­te ste­hen noch an der Via Tor­re Ton­da im Süden der Alt­stadt.
Der ein­zi­ge kom­plett erhal­te­ne Turm der ehe­ma­li­gen Befes­ti­gung ist der Tor­re Sant’ Anto­nio an der Ecke Cor­so Fran­ces­co Vico – Piaz­za Sant’ Anto­nio. (sie­he Kar­te)

Museo G. A. Sanna

Sassari, Museo G. A. SannaDas Muse­um ist eines der bedeu­tends­ten archäo­lo­gi­schen Muse­en auf Sar­di­ni­en.
Aus­ge­stellt sind haupt­säch­lich Fund­stü­cke, die bei Gra­bun­gen gebor­gen wur­den, sowie zahl­rei­che pri­va­te Schen­kun­gen.
Die Expo­na­te stam­men aus der Zeit­span­ne von der Stein­zeit bis zum Mit­tel­al­ter.
Ein Saal ist kom­plett dem Hei­lig­tum auf dem Mon­te d’Accoddi gewid­met. Wei­te­re Räu­me zei­gen u. A. Fun­de und Rekon­struk­tio­nen aus der Zeit der Nurag­her, der Punier, dem römi­schen Tur­ris Lybis­so­nis (Por­to Tor­res) und der spa­nisch gepräg­ten Epo­che der Insel.

Die Samm­lung ging bereits 1878 aus der Schen­kung der archäo­lo­gi­schen Samm­lung von Gio­van­ni Anto­nio San­na her­vor und wur­de in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten umfas­send erwei­tert.
Seit 1931 befin­det sich das Muse­um in die­sem Gebäu­de, das spä­ter umge­stal­tet und in sei­ner heu­ti­gen Form 1973 eröff­net wur­de.

Santa Maria di Betlem

Sassari, Santa Maria di BetlemDie­se Kir­che steht in der Nähe des Bahn­ho­fes und ist eine der ältes­ten der Stadt.
Ursprüng­lich wur­de sie im 12. Jahr­hun­dert für ein Bene­dik­ti­ner­klos­ter erbaut, das im 13. Jahr­hun­dert von den Fran­zis­ka­nern über­nom­men wur­de.
Die roma­ni­sche Fas­sa­de und das pisa­ni­sche Por­tal sind noch fast ori­gi­nal erhal­ten.
Das Inne­re der Kir­che ist im baro­cken Stil sehr reich und präch­tig aus­ge­stat­tet.
Hier wer­den auch die rie­si­gen bis zu 300 kg schwe­ren Holz­ker­zen für die all­jähr­li­che “Fes­ta dei Can­de­lie­ri” auf­be­wahrt.