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Halbinsel Stintino und Isola Asinara

 

zur Karte der Halbinsel Stintino und Isola Asinara mit eingetragenen Sehenswürdigkeiten

 

StintinoStintino

Der Hauptort der gleichnamigen Halbinsel wurde erst im Jahr 1885 gegründet. Damals entschied die italienische Regierung auf der vorgelagerten Isola Asinara eine Quarantänestation für infizierte Schiffsbesatzungen sowie eine Kolonie für Sträflinge einzurichten. Die Bewohner der Insel wurden umgesiedelt.
Von den 54 auf Asinara lebenden Familien ließen sich 45 hier nieder. Der Staat zahlte damals pro Familie eine Entschädigung von 750 Lire.
Das Ortsbild ist heute durch relativ moderne Bauten und gerade Straßen geprägt.
Sintino liegt auf einer Landzunge, die auf beiden Seiten von Häfen flankiert wird. Die Form der Landzunge gab dem Ort seinen sardischen Namen Isthintini (Darm), der dann zu Stintino italienisiert wurde.
Die umgesiedelten Fischer lebten lange Zeit vom Thunfischfang, dem auch ein Museum gewidmet ist.
Inzwischen hat der Tourismus Einzug gehalten. Vor allem Italiener vom Festland kommen hierher und in den Sommermonaten wird es richtig voll.
Außerhalb von Stintino entstanden riesige Feriensiedlungen.

 

 

am Capo Falcone

Capo Falcone

Das Kap liegt etwa 5 km nördlich von Stintino.
Bevor die Gegend unter Naturschutz gestellt wurde, entstand hier eine große Feriensiedlung. Deren Bewohner und zahlreiche Ausflügler sorgen im Sommer für einen gewaltigen Andrang.
Die Schönheit der kleinen Strände Pelosa und Pelosetta hat sich inzwischen vor allem bei den Italienern herum gesprochen.
Trotz horrender Gebühren für die hier überall kostenpflichtigen Parklätze findet man in der Hochsaison kaum eine Lücke und die Strände sind völlig überlaufen.
Dennoch lohnt sich ein Ausflug hierher, denn die Landschaft ist wirklich sehenswert. Von den zerklüfteten Felsen oberhalb der Strände hat man einen herrlichen Ausblick auf die kleine Isola della Pelosa mit ihrem spanischen Wachturm. Dahinter reicht der Blick zur Isola Asinara.
Sie können in den schroffen Felsen herumkraxeln und vor allem an stürmischen Tagen faszinierende Fotos von den herantosenden Wellen machen.

 

Spiaggia delle SalineSpiaggia delle Saline

Der Strand liegt ein Stück südlich von Stintino an der Ostseite der Halbinsel.
Er ist Teil eines etwa 7 km langen Küstenabschnittes, wo sich mehrere Badestrände aneinander reihen. In der Saison gibt es hier Bars, einen Liegestuhl- und Sonnenschirmverleih und auch Tretboote zu mieten.
Der Strand besteht aus hellem Kies, der im Wasser nach ein paar Metern in sehr feinen Sand übergeht.
Im Sommer kommen hauptsächlich die Bewohner der im Hinterland liegenden Feriensiedlung hierher. Wenn Sie von den großen Parkplätzen ein Stück weg laufen, finden Sie aber immer noch ein ruhiges Plätzchen.

Die Westküste der Halbinsel Stintino besteht fast durchgehend aus hohen Felswänden, die steil zum Meer abfallen. Es gibt nur wenige Zugänge zum Wasser und zum entspannten Baden ist dieser Küstenabschnit kaum geeignet.

 

Bunker

Bunkeranlagen

Überall auf der Halbinsel Stintino und auch weiter südlich Richtung Alghero stehen noch zahlreiche Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg.
Sardinien war ein wichtiger Militärstützpunkt der Achsenmächte Italien und Deutschland. Zur Zeit des Afrika-Feldzuges liefen große Teile der Nachschubversorgung über die Insel. Sardinien wurde immer wieder heftig von Engländern und Amerikanern bombardiert.
Hauptaufgabe der deutschen Sardinien-Division war die Verhinderung einer alliierten Landung, die dann aber auf Sizilien erfolgte.
Im weiteren Kriegsverlauf rückten die Alliierten auf dem italienischen Festland vor, Italien kapitulierte und erklärte Deutschland den Krieg.
Das führte für die deutschen Truppen auf Sardinien zu einer verfahrenen Situation - die italienischen Waffenbrüder waren plötzlich ihre Feinde.
Am 10.09.1943 begann der Abtransport der deutschen Truppen. Die Italiener gestatteten als Geste der ehemaligen Waffenbrüderschaft einen ehrenvollen Abzug. Leichte Waffen konnten die Soldaten behalten und Kampfhandlungen blieben glücklicherweise aus.

 

 

Isola AsinaraIsola Asinara

Auf der Insel wurden ab 1885 eine Sträflingskolonie in Cala d'Oliva und eine Quarantänestation in Cala Reale eingerichtet. Die bisherigen Bewohner, etwa 500 Menschen, die je zur Hälfte aus Fischern und Hirten bestanden, mussten die Insel verlassen.
Die Häftlinge des Straflagers mussten sich mit Landwirtschaft befassen, bebauten Felder, betrieben Viehzucht und eine Käseproduktion.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg entstanden hier auch Kriegsgefangenenlager. Da die Sümpfe damals noch nicht trocken gelegt waren, grassierte die Malaria unter den Gefangenen.
In den 1970er Jahren entstand in Fornelli ein Hochsicherheitsgefängnis, in dem hauptsächlich verurteilte Mafiosi und Terroristen einsaßen.
Die heute auf der Insel stehenden Häuser sind demzufolge meist ehemalige Verwaltungsgebäude, Gefängnisse, Kasernen für das Wachpersonal und ein Krankenhaus.

Auf Grund der Isolation der Insel konnte sich hier eine relativ ungestörte Flora und Fauna entwickeln. Um diese zu schützen, wurde 1997 nach Schließung der Gefängnisse ein Nationalpark gegründet. Erst seit 1999 ist die Insel wieder öffentlich zugänglich.

 

weiße Esel auf Asinara

Die meisten Besucher der Insel kommen im Rahmen eines geführten Tagesausfluges per Schiff von Stintino hierher.
Auf der Insel wird man dann mit einem kleinen Zug von Fornelli nach Cala d'Oliva gefahren, die Führungen erfolgen auf Italienisch. Meist sind auch Badestopps möglich, erkundigen Sie sich diesbezüglich bei den Anbietern in Stintino.
Unterwegs können Sie die Gebäude der Sträflingskolonie, den Friedhof eines ehemaligen Klosters und das Hochsicherheitsgefängnis besichtigen.
Es sind jedoch auch individuelle Touren zu Fuß oder mit dem Fahrrad möglich, nähere Informationen finden sie unter www.parcoasinara.org.

Auf der Insel leben die berühmten weißen Esel, eine Rasse, die früher auch in anderen Gegenden Sardiniens vorkam. Sie leiden unter angeborenen Albinismus.
An die Touristen haben sie sich inzwischen gewöhnt.
Der Name der Insel leitet sich übrigens nicht von Asino (Esel) ab, sondern von sinuoso (gewunden, geschwungen), was sich auf die Form der Insel bezieht.