Tempio di Antas und Umgebung

 

zur Karte der Umgebung des Tempels

 

Zwischen Ingurtosu und FluminimaggioreEgal aus welcher Richtung Sie zum Tal des Riu di Antas fahren - ob von Süden über Iglesias oder wie hier auf dem Foto rechts von Norden - die Fahrt ist auf jeden Fall mit einer schier endlosen Serpentinen-Kurverei verbunden.
Die Landschaft ist atemberaubend und zum großen Teil menschenleer.
Parkbuchten und Aussichtspunkte sind ziemlich selten. Lassen Sie sich bitte von der faszinierenden Landschaft nicht zum Stopp auf der Straße verleiten, denn die Strecke ist sehr unübersichtlich.

 

 

Tempio di AntasTempio di Antas

Von der SS 126 führt eine ca. 2 km lange asphaltierte Stichstraße zu dem Tempel.
Am Tickethäuschen werden auch Snacks und Getränke verkauft. Schattige Sitzplätze laden zum Ausruhen ein.
Beim Kauf des Tickets erhält man eine deutsche Wegbeschreibung zu den hier befindlichen Sehenswürdigkeiten.

Hauptattraktion ist natürlich der Tempel selbst, aber in der näheren Umgebung gibt es noch mehr zu entdecken.

Tempio di Antas, Altar und MosaikbodenDer erste Tempel wurde von den Puniern um etwa 500 v. Chr. erbaut und ihrem Gott Sid Babai geweiht.
Etwa um 300 v. Chr. rissen die Römer die Anlage zum großen Teil ab und erbauten auf den Fundamenten einen neuen Tempel für ihren Gott Sardus Pater.

So kommt es, dass das Heiligtum nach Nordwesten ausgerichtet ist und nicht wie bei römischen Tempeln üblich nach Osten.
Gut erkennbar ist noch der Altar und Reste des Mosaikfußbodens.

Mit der zunehmenden Christianisierung Sardiniens geriet der Tempel in Vergessenheit, bis er im 19. Jahrhundert wiederentdeckt wurde.
1967 erfolgten umfassende Restaurierungsmaßnahmen in deren Verlauf mehrere interessante Funde gemacht und einige der Säulen wieder aufgerichtet wurden.

Nuraghier-DorfNuragher-Dorf

In der Nähe des Tempels wurden auch die Reste eines Dorfes aus der Nuragher-Zeit entdeckt.
Die Siedlung war bis in die spätrömische Zeit hinein bewohnt.

Von hier führt eine etwa einstündige Wanderung zur Grotta Su Mannu.

 

 

Römischer SteinbruchRömischer Steinbruch

Etwa 10 min vom Tempel entfernt liegen die ehemaligen Steinbrüche, in denen die Kalkblöcke für den Bau des Tempels gebrochen wurden.
Die damalige Arbeitsweise ist auf Schautafeln dargestellt und lässt sich in den Steinbrüchen gut nachvollziehen.

alte KorkeicheKorkeiche

Eine mehrere hundert Jahre alte, völlig knorrig verwachsene Korkeiche steht etwa 10 min vom Tickethäuschen entfernt in einem lichten Wald.
Während am Tempel zeitweise viel Betrieb herrscht, ist es hier sehr ruhig. Auf dem Weg zum Baum hat man links noch einmal einen wunderschönen Blick auf die Tempel-Anlage aus einer anderen Perspektive.

ehemalige Bergwerk-Anlagen der Mineria su ZurfuruRelikte des Bergbaus

In der Region wurde bis vor einigen Jahrzehnten intensiv Bergbau betrieben.
Auf der Fahrt entlang der SS 126 sind immer wieder Ruinen ehemaliger Förderanlagen zu sehen. Auf dem Foto rechts sind die Ruinen der Miniera su Zurfuru abgebildet.
Die bedeutendste Bergbausiedlung war Fluminimaggiore. Der Ort ist auch nach der Stilllegung der vielen Minen weiterhin bewohnt.

 


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