Gairo und Ulassai

zur Karte von Ulas­sai und Umge­bung

Gairo

GairoWenn Sie von Lanu­sei nach Ulas­sai fahren, müssen sie das tiefe Tal des Riu Par­du durch­queren.
Die Land­schaft ist hier wirk­lich atem­ber­aubend. Über zahlre­iche Ser­pen­ti­nen windet sich die Straße bis zur Tal­sohle hin­unter und auf der anderen Seite schein­bar end­los wieder hin­auf.
Dabei kom­men Sie an mehreren tollen Aus­sicht­spunk­ten vor­bei.

An der Nor­dost-Seite des Tales ste­hen noch die Häuser des heute unbe­wohn­ten Dor­fes Gairo.
Die Bewohn­er mussten den Ort 1951 ver­lassen, weil es wieder­holt zu Erdrutschen kam und der gesamte Unter­grund insta­bil wurde.
Ein Teil der Ein­wohn­er zog damals in den weit­er oben liegen­den Ort­steil Gairo Sant’ Ele­na — die anderen ver­ließen die Gegend und grün­de­ten in Küsten­nähe die neue Sied­lung Card­e­du.

Die Straße nach Ulas­sai ver­läuft heute noch mit­ten durch das Geis­ter­dorf hin­durch.

Ulassai

UlassaiDas Dorf liegt direkt unter­halb eines senkrecht abfal­l­en­den Kalk­stein-Plateaus.
Diese Tafel­berge heißen auf Sar­dinien “tac­chi”. Sie geben der Gegend ein charak­ter­is­tis­ches Ausse­hen, das eher an die bizarren Fels­for­ma­tio­nen des Wilden West­ens erin­nert als an eine Mit­telmeerin­sel. Oben sind die tac­chi flach und oft von ein­er üppi­gen Veg­e­ta­tion bewach­sen.
Das Regen­wass­er bildet bei ergiebi­gen Regen­fällen imposante Wasser­fälle. Ein Teil ver­sick­ert im Unter­grund und so ent­standen riesige Höhlen im Kalkgestein.

Von Ulas­sai hat man einen schö­nen Blick ins Tal des Riu Par­du und nach Gairo.

Grotta Su Marmuri

Grotta Su MarmuriAn der Straße nach Jerzu zweigt kurz hin­ter Ulas­sai eine beschilderte Straße zur Höh­le ab. Über zahlre­iche Kur­ven geht es steil bergauf — immer wieder öffnet sich der Blick auf die bizarre Berg­land­schaft.
Oben befind­en sich ein Park­platz und eine Bar.
Die Zeit­en für die Höh­len­führun­gen ste­hen zwar auf ein­er Tafel, aber in der ruhi­gen Neben­sai­son kann es passieren, dass Sie hier umson­st warten. In diesem Fall brauchen Sie nur kurz in der Bar zu fra­gen.
Die Führung fand in unserem Fall auch nur für zwei Leute statt.

Grotta su Marmuri, FelsgebildeDer Weg in der Höh­le führt durch lange und bis zu 40 m hohe Säle. Innen herrschen etwa 10 °C Luft­tem­per­atur.
Sie soll­ten sich neben warmer Klei­dung auch feste Schuhe anziehen — der Unter­grund ist teil­weise etwas rutschig.
Die Grot­ta Su Mar­muri ist eine der größten Höhlen Sar­diniens. Für Besuch­er ist jedoch nur etwa 1 km zugänglich.
Der Führer macht auch auf inter­es­sant geformte Fels­for­ma­tio­nen aufmerk­sam, wie den Kopf ein­er Frau (etwa in Bild­mitte des Fotos) und dem davor ste­hen­den “Gum­mibärchen”.

Grotta su Marmuri, TropfsteineDie Grotte ist ein­drucksvoll beleuchtet.
Das durch die Hallen fließende Wass­er sam­melt sich immer wieder zu kleinen Seen, in denen sich die Wände spiegeln.
Durch die Ein­sickerung unter­schiedlich­er Min­er­alien sind auch die Tropf­steine ver­schieden gefärbt.

Das Fotografieren mit Blit­zlicht ist ver­boten und macht auch wegen den Dimen­sio­nen der Höh­le wenig Sinn.
Wir hat­ten damals das Glück, hier nur zu zweit an der Führung teilzunehmen. Der sehr fre­undliche Führer ges­tat­tete mir, mein Sta­tiv aufzubauen und wartete jedes Mal geduldig. Es waren Belich­tungszeit­en bis zu 30 Sekun­den notwendig.