Wandern

Sardinien Wandern

Wan­dern am Gen­na Silana

Auf Sar­dinien kön­nen Sie sehr schöne Wan­derun­gen unternehmen und faszinierende Land­schaften der Insel ken­nen­ler­nen. Den meis­ten Touris­ten bleiben sie ver­schlossen, weil diese Regio­nen nur zu Fuß erre­ich­bar sind.

Etwas Aben­teuer­lust soll­ten Sie dabei schon mit­brin­gen, denn mit Wan­derun­gen wie im Alpen­raum oder in den deutschen Mit­tel­ge­bir­gen sind diese Touren nicht ver­gle­ich­bar.
Nur wenige Wan­der­wege sind markiert, man fol­gt meist den vorhan­de­nen Pfaden der Hirten, deren Ver­lauf sich immer wieder ändert. Oft verzweigen sich diese Pfade und es ist nicht immer ganz ein­fach, die gewün­schte Rich­tung zu hal­ten.
Weg­weis­er sind nur ganz vere­inzelt vorhan­den und die angegebe­nen Gehzeit­en oft recht opti­mistisch unter­trieben.

Erfreulicher­weise ist das Ange­bot an Wan­derkarten in den let­zten Jahren deut­lich umfan­gre­ich­er gewor­den. Auch der Kom­pass-Ver­lag bietet sehr schöne Wan­derkarten-Sets von Sar­dinien an. Diese Sets sind in drei Regio­nen (Nord, Mitte, Süd) eingeteilt und enthal­ten jew­eils 4 Karten.
Eine gewisse Hil­fe stellen auch die in den Wan­der­führern abge­druck­ten Karten dar.

Wenn Sie sich also ohne einen kundi­gen Führer auf den Weg machen wollen, ist bei vie­len Touren ein guter Ori­en­tierungssinn und ein sicher­er Umgang mit Karte und  Kom­pass oder GPS Vor­raus­set­zung.

Tipp: Aus eigen­er Erfahrung kann ich für län­gere Touren im unbekan­nten Gelände die GPS-Geräte von Garmin empfehlen.
Das Karten­ma­te­r­i­al gibt es kosten­los z.B. auf der Web­site Freizeitkarte. Hier wer­den die Dat­en von Open­StreetMap genutzt, die inzwis­chen auch Sar­dinien nahezu lück­en­los abdeck­en.
Alter­na­tiv gibt es auch die Möglichkeit, auf Ihrem Smart­phone eine der Apps zu nutzen, die eben­falls auf Open­StreetMap basieren. Sie kön­nen die benötigten Karten auf Ihrem Handy spe­ich­ern und haben dann auch ohne Netz Zugriff darauf.
Hier soll­ten Sie aber beacht­en, dass die Akku-Laufzeit wesentlich kürz­er als bei den “richti­gen” GPS-Geräten ist.

Weit­er ist festes Schuh­w­erk erforder­lich, wobei während der wärmeren Reisezeit­en leichte Wan­der­stiefel mit sta­bil­er Sohle zu empfehlen sind.
Wichtig ist auch ein guter Son­nen­schutz — Kopf­be­deck­ung und Son­nen­creme mit hohem Lichtschutz­fak­tor, denn es gibt auf den Touren nur wenig Schat­ten.

Von Wan­derun­gen im heißen August würde ich wegen der Hitze generell abrat­en. Im Früh­jahr und Herb­st sind die Tem­per­a­turen dage­gen sehr angenehm, allerd­ings kann das Wet­ter auch mal wech­sel­haft sein. Im Win­ter müssen sie in den höheren Lagen mit Schnee rech­nen.

Wandern - Gola su Goroppu

In der Gola Su Gor­rop­pu

Einkehrmöglichkeit­en wie unsere Almhüt­ten gibt es auf Sar­dinien nicht. In den meis­ten Fällen wer­den Sie erst in der näch­sten Ortschaft etwas zum Essen und Trinken bekom­men. Deshalb müssen Sie auf län­geren Wan­derun­gen aus­re­ichend Pro­viant und vor allem Wass­er mit­nehmen.
Das kann zu ein­er ganz ordentlichen Schlep­perei wer­den, denn pro Tag und Per­son soll­ten min­destens 2 Liter Wass­er zur Ver­fü­gung ste­hen.
Auf die in den Karten eingeze­ich­neten Quellen kön­nen Sie sich nicht ver­lassen, denn oft sind diese verun­reinigt oder ver­siegt.

Für wan­der­freudi­ge Fam­i­lien gibt es kürzere Touren, die für Kinder gut geeignet sind.
Zu empfehlen ist auf jeden Fall die Gola Su Gor­rop­pu.
Diese bizarre Schlucht ist mit Kindern ab 6 Jahren in ein­er Tages­tour zu bewälti­gen. Selb­st in den heißen Monat­en gibt es hier klare Gumpen mit küh­lem Wass­er, in denen man baden kann.
Weit­ere fam­i­lien­fre­undliche Touren sind auf der Gia­ra di Ges­turi sowie auf der Hochebene Su Gol­go möglich.

Geführte Wan­derun­gen wer­den von Koop­er­a­tiv­en ange­boten, manch­mal auch an den Verkaufs­bu­den für “Escur­sioni”, die in den Ferienorten an der Küste aufge­baut wer­den.