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Bosco di Selèni und Gairo Vecchio

TaccudiOsin

zur Karte von Bosco di Selèni und Gairo Vecchio

In den Bergen der Ogliastra können Sie tolle Tagesausflüge unternehmen.
Es gibt herrliche Landschaften, viele Wanderwege, die durch Wälder und über Hochebenen führen und die Grotta su Marmuri bei Ulassai.
Auch wenn Sie nur mit dem Auto oder Motorrad auf den extrem kurvenreichen Straßen unterwegs sind, bieten sich immer wieder phantastische Ausblicke.
Auf dem Foto ist der Taccu di Osini zu sehen – ein Tafelberg, auf dessen Plateau sich u. a. der Nuraghe Serbissi und der Aussichtspunkt Punta Su Scrau befinden.
Am Hang des Berges können Sie die Grotta su Marmuri und die Scala di San Giorgio besuchen. Beide sind mit dem Fahrzeug erreichbar.
Weiter oben geht es dann nur mit einem geländegängigen Fahrzeug, zu Fuß oder mit dem Mountainbike weiter.

Area archeologica Bosco Selèni

Seleni,GigantengrabAn der SS198 zwischen Lanusei und Gairo Sant’Elena gibt es bei km 85 einen gut beschilderten Abzweig nach Selèni.
Nach etwa 800 Meter öffnet sich links ein großer Parkplatz und hier befindet sich auch das Tickethäuschen für die Sehenswürdigkeiten. (siehe Karte)
Die zu besichtigenden Stätten befinden sich einzeln eingezäunt im dichten Wald verteilt. Sie können hier auch schöne Spaziergänge auf den gut beschilderten Wanderwegen unternehmen, es gibt ein kleines Hotel und ein Restaurant.
Im schattigen Wald stehen steinerne Picknick-Tische und Bänke, die sehr gern von den Sarden genutzt werden. Dann kann es vor allem an heißen Wochenenden hier oben recht voll werden, wenn die Einheimischen mit ihren Familien aus der Gluthitze am Meer in die kühleren Berge flüchten.

Auf dem Foto ist Seleni I, eines der zu besichtigenden Gigantengräber des Parks zu sehen. Es wurde im 15./16. Jahrhundert v. Chr. errichtet.

Seleni,GigantengrabDas zweite Gigantengrab (Seleni II) wurde etwa 100 Jahre nach dem Ersten gebaut und befindet sich nur knapp 100 Meter von diesem entfernt.
Der Gang ist etwa doppelt so lang wie bei Seleni I. Auch die Bauweise unterscheidet sich.
Im Grab Seleni I konnten vermutlich bis zu 80 Verstorbene bestattet werden, hier im Grab Seleni II fast doppelt so viele.
Beide Gräber wurden aus Granit errichtet, der die Auflösung der Knochensubstanz sehr begünstigt. Dadurch war eine mehrmalige Nutzung der Grabstätten möglich.
Bei Seleni II ist auch noch der Fußboden aus Granitplatten erhalten.

SteinmitVertiefungenEine Besonderheit von Seleni II sind diese Granitblöcke, sogenannte „conci a cappelle“ die jeweils mit drei Vertiefungen versehen wurden.
Von diesen Blöcken sind noch zwei erhalten, von einem dritten nur noch Überreste.
Die Funktion dieser Steine ist nicht geklärt, was u. a. daran liegt, dass die Nuragher keinerlei schriftliche Aufzeichnungen hinterließen.
Vermutlich waren die Blöcke Bestandteil des Ahnenkultes.

Seitlich des Grabes standen mehrere sogenannte Baityloi (ital. Betili).
Das sind senkrecht aufgestellte Steine, die offenbar einem Steinkult dienten, der damals im ganzen Mittelmeerraum verbreitet war.
Noch heute liegen einige dieser umgefallen Steine neben dem Grab.

Nuraghe Gennacili

Selenii,NuragheEin Stück südöstlich steht der Nuraghe von Seleni.
Im Gegensatz zu anderen Nuraghen, die meist frei stehend errichtet wurden, hatte man hier die vorhandenen Felsen in den Bau integriert.
Unterhalb des Nuraghen befinden sich noch die Reste eines Rundhüttendorfes, das bisher noch nicht vollständig ausgegraben wurde.
Innerhalb der Anlage konnte auch ein heiliger Brunnen nachgewiesen werden.
Wie auch die beiden Gigantengräber kann der Nuraghe nur im Rahmen einer Führung besichtigt und bestiegen werden.
Von oben hat man einen herrlichen Blick auf die umliegende Bergwelt.

Nähere Informationen und Öffnungszeiten finden Sie unter
www.tombedeigiganti.it.

Gairo Vecchio

Gairo

Wenn Sie von Seleni weiter ins Landesinnere fahren, müssen Sie das tiefe Tal des Riu Pardu durchqueren.
An der Nordost-Seite des Tales stehen noch die Häuser des heute unbewohnten Dorfes Gairo Vecchio.
Die Bewohner mussten den Ort 1951 verlassen, weil es wiederholt zu Erdrutschen kam und der gesamte Untergrund instabil wurde.
Ein Teil der Einwohner zog damals in den weiter oben liegenden Ortsteil Gairo Sant‘ Elena. Andere gründeten ein Stück landeinwärts, an der Bahnlinie des heutigen Trenino Verde den Ort Gairo Taquisara.
Ein weiterer Teil der Einwohner verließ die Gegend und gründete in Küstennähe eine neue Siedlung, aus der sich die Gemeinde Cardedu entwickelte.
Die SS198 verläuft heute noch mitten durch das Geisterdorf hindurch.
Auf der gegenüber liegenden Talseite stehen die Ruinen von Osini Vecchio, das ebenfalls 1951 aufgegeben werden musste. (siehe Karte)

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