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Tonara, Sorgono, San Mauro, Menhire von Biru ‚e Concas

zur Karte mit den eingetragenen Sehenswürdigkeiten

Tonara

TonaraDas Bergdorf breitet sich inmitten dichter Wälder an einem Hang aus.
Tonara ist auf ganz Sardinien für seinen „Torrone“ berühmt, der auch in anderen sardischen Ortschaften auf den Festen angeboten wird. Es ist eine Art heller, sehr süßer Nougat aus Honig, Eiweiß und verschiedenen Nüssen.
Seit 1979 findet hier an Ostern die Sagra del Torrone statt. Auf dem Dorfplatz wird in einem riesigen Kupferkessel der Torrone nach traditioneller Art zubereitet. Das Fest ist inzwischen zu einem der größten Sardiniens geworden. Es gibt alte Trachten zu sehen, Handwerkskünste werden gezeigt und deren Erzeugnisse verkauft. Folklore- und Tanzveranstaltungen ziehen viele Besucher an.
Um die Nachfrage nach Torrone in- und außerhalb von Sardinien befriedigen zu können, wird der Nougat inzwischen von mehreren ansässigen Firmen hergestellt.
Weitere typische Produkte sind die campanacci – Glöckchen, die Schafen, Ziegen und Kühen umgehängt werden und deren Gebimmel auf ganz Sardinien zu hören ist.

Sorgono

SorgonoSorgono ist der wichtigste Ort in der Barbagia Mandrolisai. Die waldreiche und zerklüftete Berglandschaft geht hier in sanfte Hügel über.
Der Ort liegt am Endpunkt der Bahnstrecke Cagliari-Mandas-Isili-Sorgono. Erst der Bau der Schmalspurbahn im 19. Jahrhundert machte eine verkehrstechnische Erschließung der Bergdörfer in der Barbagia möglich. Inzwischen fährt jedoch auf dieser Strecke nur noch der Touristenzug „Trenino Verde„.
Sorgono ist auf ganz Sardinien für seinen Wein berühmt – dem Mandrolisai, der nur hier hergestellt wird.
In der Umgebung befinden sich zahlreiche archäologische Stätten, deren bekannteste „Biru’e Concas“ mit ihren Menhiren ist.

San Mauro

San MauroDie Kirche von San Mauro liegt etwa 6 km westlich von Sorgono, direkt an der SS 388. (siehe Karte)
Es ist einer der ältesten Wallfahrtsorte Sardiniens.
Der Bau stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde im gotisch-aragonesischen Stil errichtet. Auf den Mauern rechts und links der Treppe sitzen zwei verwitterte Löwen aus Trachyt, die das Wappen von Aragon halten.
Auffälligstes Merkmal ist die 4,5 m große Rosette über dem Eingang. Das Innere ist relativ schlicht gehalten, allerdings ist die Kirche – wie fast alle Landkirchen Sardiniens – meist verschlossen.
Ende Mai/Anfang Juni findet hier ein riesiges Fest zu Ehren von San Mauro statt. Es zählt zu den größten Festen der Insel. Neben religiösen Veranstaltungen gibt es Tanzvorführungen, landwirtschaftliche Produkte u.v.m.
Bis vor etwa 40 Jahren dauerte die Sagra di San Mauro noch 9 Tage lang und zog Bauern aus ganz Sardinien an. Dabei waren jeweils 3 Tage einer Rinder-, einer Schafs- und einer Pferdemesse gewidmet.

Die Menhire von Biru ’e Concas

Menhire von Biru e’ ConcasDie Menhire von Biru ’e Concas bilden die größte Menhir-Gruppe auf Sardinien.
Das parkähnliche Gelände ist etwa 5 ha groß und kann individuell besichtigt werden. Markierte Wege führen zu den interessanten Punkten, an denen Info-Tafeln (auf italienisch) angebracht sind.
Weil die Gegend jahrhundertelang landwirtschaftlich genutzt wurde, sind die Menhire im Lauf der Zeit umgestürzt und auch beschädigt worden.
In den Jahren 2010/11 wurde die Stätte auf Initiative des zuständigen Ministeriums systematisch hergerichtet. Dabei kamen etliche Menhire zum Vorschein, die entweder von der Vegetation überwuchert oder unter der Erde gelegen waren.
Etwa 150 dieser Steine wurden hier gefunden. Sie sind sowohl einzeln als auch in Kreisen, paarweise oder in langen Reihen aufgestellt worden.

Menhire von Biru e’ ConcasDer Begriff „Menhir“ kommt aus dem Bretonischen und bedeutet soviel wie „langer Stein“. Auf sardisch werden sie perdas fittas oder perdas ficchidas genannt.
Sie waren lange Zeit Bestandteil von heidnischen Bräuchen, die auch die katholische Kirche während der Christianisierung Sardiniens nicht komplett abschaffen konnte. Einige dieser Bräuche hielten sich bis ins 20. Jahrhundert hinein.
So waren diese Steine schon immer ein Fruchtbarkeitssymbol. Der Überlieferung nach gingen die Frauen nachts im Mondschein zu den Menhiren. Sie schmierten den Fels und ihren Bauch mit einer speziellen Salbe ein und rieben dann ihren Unterleib an den Steinen, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen.

Die Anlage von Biru e’ Concas entstand während des Neolithikums um etwa 3200-2200 v. Chr.
Bei den Ausgrabungen wurden Fundstücke aus vornuraghischer, nuraghischer und auch römischer Zeit entdeckt.

Biru e’ Concas, NuragheAuf dem höchsten Punkt in der Nordwest-Ecke des Areals stehen noch die Reste eines Nuraghe. In dessen Umgebung gab es auch eine Wohnsiedlung, deren Häuser aus großen Felsblöcken errichtet wurden.
Das hier ausreichend vorhandene Wasser begünstigte eine größere Ansiedlung.
Die Aufstellung der Menhire begann während der Kupferzeit. Damals wurde es üblich, wichtige Orte mit diesen stehenden Steinen auszustatten – was die Bedeutung von Biru e’ Concas unterstreicht.

Anfahrt: Von Sorgono kommend folgen Sie der SS 388 und fahren nach 6 km an der Kirche von San Mauro vorbei.
Nach einem weiteren Kilometer zweigt rechts eine Straße nach Austis ab. Hier bleiben Sie links auf der SS 388 und können direkt nach der Abzweigung auf der rechten Straßenseite neben einer Steinmauer parken.

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