Nuraghe Iloi und Umgebung

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Nuraghe Iloi

Nuraghe IloiAußerhalb von Sedilo liegt eine zona archeologica, die vor Jahren touristisch erschlossen wurde und mehrere Bauwerke der Nuragher umfasst.
In der deutschen Reiseliteratur wird die Ausgrabungsstätte kaum erwähnt, obwohl sie durchaus sehenswert ist.
Man kann die Anlage frei besichtigen, die Info-Tafeln sind leider ziemlich verwittert und es werden auch keine Führungen angeboten.
Der Nuraghe wurde in mehreren Abschnitten errichtet und besteht aus drei miteinander verbundenen Türmen.
Heute ist lediglich der Ost-Turm zugänglich, da ein Teil der Struktur eingestürzt ist. Bisher wurden keine weiteren Eingänge oder Verbindungs-Korridore freigelegt.

Rundhütten-Dorf

Sie können am Nuraghen von außen zur oberen Plattform hinauf klettern.
Von dort haben Sie einen schönen Blick über das benachbarte Rundhütten-Dorf und auf den Lago Omodeo.
Das Dorf rund um den Nuraghe war ursprünglich 2 ha groß. Die noch gut erkennbaren Grundmauern stammen vermutlich sowohl von Wohnbauten als auch von religiösen Gebäuden.
Etwas abseits steht noch ein kleines Gebäude, bei dem die Mauern auch heute noch über den Eingang hinaus reichen und das wie ein Nuraghe in Miniatur-Ausführung wirkt.

Anfahrt: Der Nuraghe befindet sich etwa 2 km südwestlich von Sedilo. (siehe Karte) Im Ort ist er nur spärlich ausgeschildert.
Die schmale, asphaltierte Straße geht etwa 150 Meter vor dem Parkplatz in eine unbefestigte Piste über, die jedoch gut befahrbar ist.

Etwa 100 Meter südöstlich des Nuraghe befinden sich die Reste von zwei Gigantengräbern.
Auf den ersten Blick erscheinen sie zwar wenig spektakulär, weil sie leider nicht besonders gut erhalten sind.
Betrachtet man die Grabanlagen aber genau und vergleicht sie mit ähnlichen Bauwerken auf Sardinien, fällt einem die unglaubliche Präzession auf, mit der hier gearbeitet wurde.
Während bei vielen Gigantengräbern die Steinplatten und Felsblöcke nur grob bearbeitet wurden, sind hier alle Flächen sorgfältig geglättet und die Steine fugenlos eingepasst worden.

Es lohnt sich, die erhaltenen Mauern bei beiden Gräbern genau zu betrachten.
Teilweise sind die Steine zu unregelmäßigen Quadern zurecht gehauen worden, die sich wie ein 3D-Puzzle ineinander fügen.
An einigen herum liegenden Blöcken sind sogar Nuten und Zapfen zu erkennen, die fein heraus gearbeitet wurden und ein späteres Verrutschen der Steine verhindern sollten.
So etwas ist mir auf Sardinien bisher nirgends sonst begegnet.
Das östliche Grab (Foto) hat am Ende der Galerie eine halbkreisförmige Apsis aus perfekt zugehauenen, riesigen Blöcken. Der Schlussstein liegt ein paar Meter abseits.
Da sich beide Gräber am Rand des Basalt-Plateaus befinden, haben Sie auch von hier einen schönen Blick ins Tal und auf den Lago Omodeo.

Nekropole von Ispiluncas

Nekropole IspiluncasDer Weg zur Nekropole ist an der zona archeologica ausgeschildert und führt an dem steilen Hang bergab nach Osten.
Sporadisch sind noch rot-weiße Markierungen an Bäumen und Steinen erkennbar.
Nach etwa 10 Minuten Wanderung kommen Sie an eine große Infotafel. Die beiden größten Felsgräber (domus de janas) befinden sich hinter dieser Tafel, ein Stück oberhalb des Weges und sind von unten nur schwer zu sehen. Bei meinem Besuch hier waren die Eingänge auch teilweise zugewuchert.
Sie werden also eventuell ein wenig am Hang herumkraxeln müssen.

Nekropole IspiluncasInsgesamt wurden hier am Hang 33 domus de janas entdeckt, von denen jedoch nur zwei (domus 2 und domus 3) betreten werden können.
Diese beiden Gräber bestehen jeweils aus mehreren, miteinander verbundenen Kammern und wurden bis ins Mittelalter als Begräbisstätte genutzt.

Im domus 2 wurde die Decke so gestaltet, dass sie wie ein Schrägdach mit Balken wirkt.
Wenn Sie die beiden Gräber auch von innen besichtigen möchten, nehmen Sie sich unbedingt eine Taschenlampe mit.
Für den teilweise sehr steilen und rutschigen Weg sind auch feste Schuhe zu empfehlen.

Nuraghe Toscono

Nuraghe TosconoAuf der Hochebene nördlich von Sedilo stehen noch weitere Nuraghe und Gigantengräber, die unterschiedlich gut erhalten sind. Einige sind liegen weit abseits, weshalb ich hier nur diejenigen beschreibe, die mit dem Auto gut erreichbar sind.

Der Nuraghe Toscono wurde zu Beginn der Eisenzeit (5.-3. Jahrhundert v. Chr.) erbaut und ist an seiner höchsten Stelle noch etwa 7 Meter groß.
Weil er teilweise eingestürzt ist, kann er über den ursprünglichen Eingang an der Südost-Seite nicht mehr betreten werden.
Es gibt jedoch an der Westseite eine Öffnung, durch die man hindurch schlüpfen kann.
Die Anlage kann frei besichtigt werden, für das Innere ist eine Taschenlampe nötig.
In der Umgebung des Nuraghe konnten die Reste eines Dorfes nachgewiesen werden, das bis ins Spätmittelalter bewohnt war und seine Blütezeit während der römischen Besetzung Sardiniens hatte.

Gigantengrab Santu Bainzu

Gigantengrab Santu BainzuVon diesem Gigantengrab ist leider nur die beeindruckende Portalstele erhalten.
Die Stele ist über 3 Meter hoch, 2 Meter breit und besteht aus einem einzigen Felsblock.
Unten befindet sich die für die Gigantengräber typische winzige Öffnung zur ehemaligen Galerie. Oberhalb der Öffnung ist noch ein kleines, aus dem Stein heraus gearbeitetes Schälchen erkennbar.

Anfahrt: Der Nuraghe Toscono steht etwa 2,5 km östlich von Borore. Er ist von der SP33 Borore-Dualchi gut zu erkennen.
Biegen sie hier zur Kirche San Gavino ab, vor der Sie ihr Fahrzeug abstellen können. (siehe Karte)
Von dem kleinen Parkplatz aus ist auch bereits die Stele des Gigantengrabes zu sehen, das nur 80 Meter westlich liegt.

Gigantengrab Imbertighe

Gigntengrab ImberthigeDas Grab wurde 1908 von dem schottischen Archäologen Duncan MacKenzie entdeckt. Es wird einem etwa 100 Meter entfernten Nuraghen zugeordnet, von dem allerdings nur noch spärliche Reste erhalten sind.
Die imposante Eingangsstele besteht auch hier aus einem Stück und ist 3,65 Meter hoch.
Im Gegensatz zu den meisten Gigantengräbern wurden hier neben der Stele keine Steinplatten aufgestellt, sondern eine Mauer aus drei Reihen Steinen errichtet.

Anfahrt: Imbertighe liegt südlich der SP33 bei Borore. (siehe Karte). Fahren Sie von der SP33 zunächst an der östlichen Ausfahrt von Bororoe ab und folgen Sie dann der Strada di Imbertighe nach Süden.
Etwa 100 Meter nach der Durchfahrt unter der SP33 sehen Sie die Anlage auf der rechten Seite.

Nuraghe Sa Jua

Nuraghe Sa JuaSa Jua wird in der Reiseliteratur kaum erwähnt, obwohl er recht gut erhalten und leicht zu finden ist. Der Nuraghe kann frei besichtigt werden.
Die ursprüngliche Anlage bestand aus einem Haupt- und einem Nebenturm. Der kleinere Nebenturm ist leider teilweise eingestürzt.
Der Hauptturm ist noch etwa 11 Meter hoch und kann von innen bestiegen werden.
Von oben haben sie eine wunderbare Aussicht auf das benachbarte Aidomaggiore und weit hinunter ins Tal zum Lago Omodeo.

Nuraghe Sa Jua, InnenraumDen Zugang zum Hauptturm finden Sie im Hof zwischen den beiden Türmen. Wie bei vielen Nuraghen befindet sich gleich rechts hinter dem Eingang eine sogenannte Wächterzelle, links zweigt eine Treppe ab, die innerhalb der Außenmauer nach oben zur Plattform führt.
Der Hauptraum mit seinem Tholos-Gewölbe hat einen Durchmesser von etwa 5 Metern und ist mit drei großen Nischen versehen.

Anfahrt: Der Nuraghe steht am westlichen Ortsrand oberhalb von Aidomaggiore in der Nähe des campo sportivo. Die beiden Landsstraßen SP25 und SP23 führen direkt hier vorbei. (siehe Karte)